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Bäche sind keine Schneelager

Inzwischen sind im Oberallgäu größere Schneemengen gefallen. Neben aller Freude über die weiße Pracht stellt sich auch immer wieder die Frage: wohin mit all dem Schnee?

Neben der gesetzlichen Räumpflicht für Kommunen und Grundstückseigentümer für öffentliche Verkehrsflächen wollen auch andere Flächen wie Garageneinfahrten, Hofflächen oder Firmengelände geräumt sein, um auch im Winter nutzbar zu bleiben.

 

Früher war es nicht unüblich, dass Kommunen ihr Platzproblem durch Abkippen der Schneemassen in größere Gewässer lösten. Diese Entsorgung im großen Stil wird zwar schon lange nicht mehr betrieben. Dennoch werden dem Landratsamt Oberallgäu jeden Winter Fälle bekannt, in denen Bäche als vermeintlich bequeme Entledigungsmöglichkeit gesehen werden. Die Einbringung von Schnee in oberirdische Gewässer ist nach den Wassergesetzen verboten.

 

Dass ein solches Verbot durchaus Sinn macht, zeigen Erfahrungen aus der Vergangenheit. Der durch Räumen und Abkippen verdichtete Schnee engt das Gewässerbett ein und führt häufig zu schweren Abflusshindernissen. Bei einsetzendem Tauwetter können die anschwellenden Bäche das Wasser nicht mehr abführen und treten über die Ufer. Aber auch beim langsamen Abschmelzen der Schneemassen wird dem Gewässer Wärme entzogen, was neben der verstärkten Eisbildung auch zur Gefahr für die im Bach lebenden Fische werden kann. Auch im Räumschnee enthaltene Reste an Streusalz (Natrium-, Magnesium oder Calciumchlorid), Reifenabrieb, Öl und Ruß aus dem Straßenverkehr oder Abfälle der Passanten wie Zigarettenstummel, Kaugummis etc. können gerade kleinere Gewässer belasten.

 

Eine unzulässige Schneeeinbringung stellt laut Landratsamt Oberallgäu eine Ordnungswidrigkeit dar. Lediglich in Katastrophenfällen könne man ausnahmsweise das Einbringen von Schnee in größere Flüsse zulassen.

 

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