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Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 22.03.2018

Bürgermeister Alexander Streicher begrüßte das Gremium und die interessierte Bevölkerung. Im ersten Tagesordnungspunkt ging es nochmals um den geplanten Nettomarkt in Weitnau. Mit 12 zu 8 Stimmen wurde dieser in der letzten Sitzung abgelehnt. Es lag aber noch kein Bauantrag vor und in der Sitzung am 25.01.2018 fand lediglich eine grundsätzliche Diskussion über das Für und Wider eines Verbrauchermarktes im Zentrum statt. Streicher zitierte deshalb aus dem Protokoll: „Von den Gegnern des Vorhabens wurde angeführt, dass die örtlichen Angebote von Metzger, Bäcker und Käsladen nicht geschwächt werden sollen. Weiterhin ist ihnen wichtig, dass ein verantwortlicher Umgang mit Flächen stattfindet. Die innerörtliche Fläche wird als zu schade angesehen, da diese für die Ortsentwicklung noch wertvoll sein könnte. Es wurde weiter ausgeführt, dass die Ansiedlung des Netto-Marktes den Grundsätzen des Leitbildes der Gemeinde Weitnau widerspricht. Als Alternative wäre ein Dorfladen unter der Beteiligung der Bürger und unter Federführung der Gemeinde denkbar. Durch Veränderungen im Käuferverhalten könnte die Ansiedlung nicht zukunftsträchtig sein, außerdem fehle zur Entscheidung ein Stimmungsbild der Weitnauer Bevölkerung. Weiter wird angemahnt, dass die Ortsteile von Weitnau durch die Ansiedlung weiter abgehängt und geschwächt werden. Die Befürworter sahen einen möglichen Synergieeffekt durch die Ansiedlung und somit die Stärkung und Belebung des Ortskernes. Dadurch könnte die Kaufkraft in Weitnau gehalten werden. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass in den Netto-Märkten auch regionale Produkte angeboten werden, als Beispiel wird Quark von der Molkerei Kimratshofen genannt, zu der auch gemeindliche Landwirte liefern. Grundsätzlich sollte durch die Entscheidung nicht in die örtliche Wirtschaft eingegriffen werden. Weiter wurde angeführt, dass vermutlich ein Großteil der Bürger umliegende Discounter nutzt und nach einer Ansiedlung die Einkäufe vor Ort erfolgen könnten. Ein Augenmerk sollte auch auf die ältere Bevölkerung sowie Einwohner ohne Fahrzeug gerichtet werden, die ihre Einkäufe momentan vom REWE bis nach Hause tragen müssen. Hier wäre eine innerörtliche Versorgungsmöglichkeit sehr hilfreich. Es wird auch an die Zeit vor etwa 10 Jahren erinnert, als in Weitnau gar keine Einkaufsmöglichkeit vorhanden war. Es wurden ähnliche Diskussionen geführt wie jetzt, jedoch zeigt der Erfolg des REWE-Marktes, dass es die richtige Entscheidung war. Positiv wurde von den Befürwortern gesehen, dass Netto gesprächsbereit war und das Dach nun als Satteldach ausgeführt werden soll.“

Streicher stellte danach die Planung vor und erläuterte, dass der Markt 41 Meter lang und 28 Meter breit werden soll. Die Wandhöhe bis Oberkante Ringanker liegt bei 4,22 m. Das Dach des Hauptgebäudes wird als Satteldach mit einer Dachneigung von 21 Grad errichtet, die Dacheindeckung erfolgt in roter Ziegeleindeckung. Der First kommt auf 9,96 m über dem Fertigfußboden des Marktes zum Liegen. Das Vordach ist an der Giebelseite 55 cm tief und an der Traufseite 1,10 m. Auf der Süd-Westecke des Gebäudes soll eine Anlieferungsrampe mit Außenmaßen von L= 5,00 m; B= 7,02 m; WH = max. 4,10 m angebaut werden. Das Dach der Anlieferrampe soll sich dem Hauptgebäude wesentlich unterordnen und wird daher als Flachdach mit einer Neigung von 2 Grad hergestellt. An der Einfahrt zu den Parkplätzen soll eine freistehende Werbeanlage mit einer Breite von 2,58 m und einer Höhe von 4,72 m entstehen. Die Anlage soll von Montag bis Samstag von 6:30 Uhr bis 20:30 Uhr beleuchtet sein. Gemeinderat Weber wies auf den Anlieferverkehr hin, der die Nachtruhe der Anwohner nicht beeinträchtigen darf. Dies wird, laut Streicher, seitens des Landratsamtes im Rahmen der immissionsrechtlichen Prüfung eine Auflage werden. Es handelt sich um ein Mischgebiet, sodass der Lieferverkehr nur tagsüber erfolgen darf.

Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben mit 10 zu 9 Stimmen zu, lehnte aber die Werbeanlage mit 10 zu 9 Stimmen ab.

 

Im nächsten Tagesordnungspunkt wurden verschiedene Vergaben beschlossen. Hierzu hat der Wasserverband Untere Argen für verschiedene Tiefbauarbeiten im Gemeindegebiet eine beschränkte Ausschreibung durchgeführt. So soll ein Bauplatz im Pfründeweg/Kleinweiler zwischen der „alten Schule“ und dem Pfarrheim erschlossen werden. Hier muss die Wasserleitung auf dem Grundstück umgelegt werden und die Revisionsschächte sowie öffentliche Parkplatzflächen hergestellt werden. Weiterhin ist eine Straßenunterhaltsmaßnahme in der Trauchburgstraße in Kleinweiler vorgesehen. Die Hausanschlüsse für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung im Widmannweg in Weitnau sowie für das Mitarbeiterhaus Hanusel Hof in Hellengerst waren ebenfalls Bestandteil der Ausschreibung. Der Auftrag für die Tiefbauarbeiten wurde an die Firma Oberall Bau GmbH, Durach, zum Angebotspreis von 151.218,18 € vergeben. Anschließend wurde eine moderate Gebührenerhöhung für die Eintrittspreise des Freibades Seltmans zum 01.04.2018 beschlossen. Der Eintritt erhöht sich damit um 50 Cent je Badegast. Nach den Bekanntgaben wurde der öffentliche Teil der Sitzung geschlossen.

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